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Aktuelle Entscheidungen

Jury-Entscheidung September 2009


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Kulturelle Filmförderung des Landes Hessen (HFF-Land)

Liste der zur Förderung vorgeschlagenen Projekte aus der Jury-Entscheidung September 2009

Jury:
Prof. Mariola  Brillowska,   Hamburg
Prof. Bastian  Clevé,   Remseck
Stephan  Winkler,   Köln


I.Drehbuch/Spielfilm

Titel
Croc Attack - Ein schönes Attentat
Antragsteller
Nadav Schirman, Frankfurt am Main
Fördersumme
15.000 Euro
Inhalt
Ein Yuppie aus Tel Aviv überlebt auf wundersame Weise drei Terroranschläge in Folge und wird dadurch unfreiwillig zum Mittelpunkt einer Medienhysterie, die ihn zum nationalen Symbol israelischer "Widerstandsfähigkeit" erhebt. Währenddessen wird ein zögerlicher palästinensischer Jugendlicher darauf angesetzt ihn zu töten, damit auch er zum Helden seines eigenen Volkes werden kann. Nadav Schirman ("The Champagne Spy") schreibt das Drehbuch zu einer Tragikomödie über das verschlungene Schicksal zweier Völker.
 

Titel
Eltern auf der Warteliste
Antragsteller
strandfilm Produktion, Frankfurt am Main
Fördersumme
8.000 Euro
Inhalt
Ellie wünscht sich ein Kind, Teresa hat bereits drei. Stefan will Ellie glücklich machen, Joaquin will Teresa. Und ein Baby kriegt neue Eltern... Das Drehbuch der Frankfurter Strandfilm soll von den Erfahrungen eines Paares mit Adoption, ihren Vorbehalten und Problemen erzählen - und davon, wie Menschen versuchen, innerhalb sich verändernder Umstände ihr Glück zu finden. Die Adoption eines Kindes bleibt ein Blind Date - aber ist das mit einem leiblichen Kind wirklich so viel anders?
 

Titel
Iraq Dogs
Antragsteller
Michael Sommer, Wiesbaden
Fördersumme
7.000 Euro
Inhalt
2008 erhielt Michael Sommer den Hessischen Filmpreis für seinen Diplomfilm "Elvis und ich". Das Drehbuch für sein geplantes Spielfilmdebüt "Iraq Dogs" widmet sich einem ganz anderen, ungewöhnlichen Thema: dem Irak-Krieg aus der Perspektive der Ehefrau eines amerikanischen Soldaten, der bis zu seinem Einsatz im Nahen Osten in Wiesbaden stationiert ist. Hinter streng bewachten Zäunen ist es der US-Army gelungen, in Wiesbaden eine autarke Welt zu schaffen, die kaum Bezugspunkte zu ihrem deutschen Umfeld hat. Wie lebt es sich in so einer Parallelwelt, in der das persönliche Schicksal auf fatale Weise mit den militärischen Operationen der Amerikaner im Nahen Osten verbunden ist? Und wie behauptet man sich als Frau in dieser community - entweder dem Machismo des Ehemannes ausgesetzt oder in ständiger Angst lebend, er könnte von seinem Einsatz nicht mehr zurückkehren?
 

Titel
Kleine Hafennutte
Antragsteller
Ariane Mayer, Offenbach
Fördersumme
8.000 Euro
Inhalt
Mehr aus Abenteuerlust denn aus Geldnot geraten zwei Jungs aus der Provinz in die großstädtische Callboy-Szene. Was zunächst wie ein Abenteuer aussieht und die zwei in Liebe und Freundschaft zusammenschweißt, wird am Ende einem der Beiden zum Verhängnis. Die tagebuchartigen, autobiografisch gefärbten Aufzeichnungen des Ex-Callboys Hartwig Schröder sind 2007 auf seinem Blog http://hafennutte.blog.de entstanden und erreichten innerhalb eines Jahres 500.000 Zugriffe. Unter dem Titel "Mein Prinz der Callboy" wird die Geschichte in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse als Buch vorgestellt. Die Offenbacher Filmemacherin Ariane Mayer schreibt das Drehbuch zu ihrem geplanten Spielfilmdebüt.
 

II.Produktionsvorbereitung/Dokumentarfilm

Titel
Mein schönes altes Gift
Antragsteller
Sehstern Filmproduktion, Frankfurt am Main
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Mathias Frick
Inhalt
Kein Musikstil verkörpert Freiheit und Individualität stärker als der Jazz. Das neue Dokumentarfilmprojekt der Frankfurter Sehstern Filmproduktion zeigt, wie in China dieses "schöne alte Gift", durch illustre Persönlichkeiten verabreicht, wieder zu einer kulturellen Selbstverständlichkeit wird. In Chinas Musik nimmt Jazz eine Sonderrolle ein - ist er doch der einzige moderne Musikstil, der auf nationale chinesische Wurzeln aus der Zeit vor Maos Verbot zurückgreifen kann. Genau dieser vergessen geglaubte Schatz aus der berüchtigten "Era of Decadence", den 30er und 40er Jahren in Shanghai, beflügelt heute eine ganz neue Generation an chinesischen Jazz-Musikern.
 

Titel
Odem desertica
Antragsteller
Fernando Vargas Corbacho, Kassel
Fördersumme
2.500 Euro
Regie
Fernando Vargas Corbacho
Inhalt
Die legendäre Wüste von Nazca an der Küste Perus zeigt mehr als nur enigmatische, bloß aus großer Höhe erkennbare Linien und Figuren. Unter der Erde verbergen sich Reste von Tieren aus Urzeiten, als es hier noch einen Ozean gab. Haie und Wale werden durch Winderosion sichtbar, und der Pilgerort Yauca, eine mitten in der Wüste gebaute Basilika, wird einmal im Jahr für wenige Tage zum Leben erweckt, um danach wieder im Schlaf zu versinken. Die Wüste von Nazca ist ein extremer Ort, der die Menschen, die in ihr leben, prägt. Der Kasseler Fernando Vargas Corbacho bereitet einen Dokumentarfilm vor, der einigen von ihnen begegnen und zuhören will.
 

III.Produktion/Dokumentarfilm

Titel
La Bohème - ein böhmisches Dorf
Antragsteller
Neue Pegasos, Frankfurt am Main
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Maria Böhm, Pavel Schnabel
Inhalt
Was ist die Boheme? Die Oper "La Bohème" von Puccini hat die Boheme Mitte des 19. Jahrhunderts zum schillernden Begriff gemacht. Sind Bohèmiens verkannte Künstler, Caféhaus-Fetischisten, dem Alkohol, Sex und Drogen verfallene Exzentriker oder Freischaffende, die um eine selbstbestimmte Lebensweise ringen? Und jetzt gibt es auch noch eine digitale Boheme! Die Boheme - ein böhmisches Dorf… Maria Böhm (!) und Pavel Schnabel gehen auf Entdeckungsreise.
 

Titel
Ein Pole kommt selten allein
Antragsteller
Gebrüder Beetz Filmproduktion, Berlin
Fördersumme
20.000 Euro
Regie
Anna-Maria Hora
Inhalt
Immer mehr zu Wohlstand gekommene Polen kaufen Häuser im deutschen Grenzgebiet. Anna-Maria Horas Dokumentarfilm widmet sich dem Durcheinander im Herzen der Euroregion "Pommerania", dem deutsch-polnischen Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Gezeigt werden soll die kuriose und historisch neue Situation, in der alle bislang gültigen Stereotype des deutsch-polnischen Verhältnisses auf den Kopf gestellt werden. Viele Polen erobern selbstbewusst die einsamen Weiten des Westens. Das herkömmliche Migrantenklischee passt nicht mehr in diese Gebiete. Der Film wird im Rahmen des Förderverbundes der Kulturellen Filmförderungen unterstützt.
 

Titel
Die geteilte Klasse
Antragsteller
Halbtotal Filmproduktion, Wiesbaden
Fördersumme
40.000 Euro
Regie
Andrzej Klamt
Inhalt
Andrzej Klamt ("Carpatia") macht sich auf die Suche nach ehemaligen Klassenfreunden und -freundinnen seiner Schulklasse im polnischen Bytom - die eine Hälfte der Klasse ist deutschstämmig, die andere polnisch. Seine Suche wird zu einer deutsch-polnischen Geschichtsaufarbeitung an der Basis. Die ehemaligen Schüler sind in der Zwischenzeit zur Hälfte nach Deutschland ausgewandert. Spielt die Nationalität, die Abstammung im Miteinander eine Rolle? Ein Dokumentarfilm-Projekt über das Gemeinsame und das Trennende zwischen Menschen.
 

Titel
Making of History
Antragsteller
Sehstern Filmproduktion, Frankfurt am Main
Fördersumme
32.000 Euro
Regie
Gregor Eppinger
Inhalt
John Spalek, 81 Jahre alt, fährt seit 40 Jahren durch Amerika. Sein Ziel: Alle Nachlässe jüdischer intellektueller Exilanten zu sammeln, die vergessen in Kellern, Garagen und Dachböden liegen. Spalek arbeitet an der Dokumentation des kulturellen Kahlschlags in Deutschland, den das Dritte Reich verursacht hat. Sein Frankfurter Exilarchiv ist zu seinem Lebenswerk geworden. Ein dokumentarisches Road Movie, das vom Erinnern, dem Altern und der Heimat handelt und vor allem die gesichtslosen Transitorte amerikanischer Highways, Motels, Dinners und Flughäfen motivisch erkunden soll.
 

IV.Produktion/Kurzspielfilm

Titel
2 kbm
Antragsteller
Astrid Rieger, Offenbach
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Astrid Rieger
Inhalt
Während seine Freundin Betty täglich ihrer Arbeit nachgeht, weiß Robert nicht so recht, was er mit sich anfangen soll. Angesichts seiner eigenen beruflichen Zukunft fühlt Robert sich heillos überfordert. Sich um Jobs zu bewerben, bringt er nicht fertig, stattdessen beschäftigt er sich zwanghaft mit der Anhäufung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Aus Angst vor Streitereien mit Betty und überhaupt vor der "Welt da draußen" versteckt er sich in einer Nische in Bettys Wohnung, gerade so groß, dass er liegend darin Platz findet. Der neue Kurzfilm von Astrid Rieger, vielfach ausgezeichnet für "Mammal".
 

V.Produktion/Animationsfilm

Titel
Water Soul
Antragsteller
MovieBrats Filmproduktion, Berlin
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Vito Lamanna
Inhalt
Beim Angeln an einem geheimnisvollen See begegnet dem 10jährigen Kentaro ein Wassergeist. Der Junge ergreift die Flucht, stürzt in den See und verliert das Bewusstsein. Als er zu sich kommt, liegt er am fernen Ufer des Wassers, wo hinter einer schwarzen Mauer eine monströse Fabrik giftige Abwässer in den See pumpt. Von der Wasserkreatur fehlt jede Spur, doch Kentaro ist ihr näher, als er glaubt. Mit den Mitteln der Computeranimation erzählt der Mystery-Kurzfilm ein erwachsenes Märchen vor dem Hintergrund der drohenden Klimakatastrophe. Ein großer Teil der Animationsarbeiten soll in Hessen stattfinden.
 

VI.Produktion/Experimentalfilm

Titel
Sechster Sinn, drittes Auge, zweites Gesicht
Antragsteller
Ocean Pictures Filmproduktion, Konstanz
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Jan Riesenbeck
Inhalt
Jan Riesenbecks Projekt entsteht an der Kunsthochschule Kassel und soll Aspekte der heutigen Informationsgesellschaft aufarbeiten, indem es Experimental-, Spiel- und Essayfilm in sich vereint. Ein Blinder sieht durch die Augen fremder Menschen. Es geht unter anderem um Freud und Leid der Psychologen, um Blicke, die töten können, Unschuld in 1,5-Liter-Flaschen, Menschen, die durch Gesichter laufen, mit einem Dartpfeil eine Weltkarte bewerfen und sich anschließend als Paket verschicken, sieben verschiedene Arten von Angst und die Beerdigung der Zeit als größten Triumph der Kindheit.
 

VII.Verleih/Vertrieb/Dokumentarfilm

Titel
Endstation der Sehnsüchte
Antragsteller
Zorro Film, München
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Sung-Hyung Cho
Inhalt
Der Dokumentarfilm "Endstation der Sehnsüchte", der am 29. Oktober 2009 in den deutschen Kinos startet, erhält Verleihförderung. Die Filmemacherin Sung-Hyung Cho erkundet in der "Flying Moon"-Filmproduktion (in Koproduktion mit ZDF/3Sat) die Untiefen eines kulturellen Spagats, den sie aus eigener biografischer Erfahrung kennt: Drei Frauen kehren nach über dreißig Jahren in Deutschland zurück in ihre alte Heimat Südkorea - in ein Land, das nicht mehr das ihre ist. Sung-Hyung Cho, die 1966 in Südkorea geboren wurde, aber seit 1990 in Hessen lebt, erreichte mit ihrem Debütfilm "Full Metal Village" über 200.000 Zuschauer in Deutschland und gewann unter anderem den Max-Ophüls-Preis und den Hessischen Filmpreis.
 

Titel
Der Mann, der singt
Antragsteller
Peter Rippl Filmproduktion, Frankfurt am Main
Fördersumme
7.000 Euro
Regie
Peter Rippl
Inhalt
Peter Rippls Dokumentarfilm erhält Verleihförderung. "Der Mann, der singt" porträtiert Russlands meist gefeierten Rock-Musiker und Enfant terrible Sergej Shnurov, der von seinen Fans - Intellektuellen und Hooligans gleichermaßen - verehrt wird. Der Film zeigt seine Mitmusiker der Band "Leningrad", seine Freunde, seine Fans, seine Stadt und zeichnet ganz nebenbei ein Bild des heutigen Russlands - zwischen Extrovertiertheit und Ostalgie, Freiheit und neuer Zensur, Kapitalismus und künstlerisch-sozialem Anspruch."Leningrad - das ist wie ein Pornofilm", sagt Shnurov über seine Band, "mit kleinsten Mitteln größtmögliche Emotionen hervorrufen."
Alle Infos zum Film unter: www.leningrad-derfilm.com
 

Titel
Testimony - Lebens(w)ende
Antragsteller
StarCrest Media, Frankfurt am Main
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Razvan Georgescu
Inhalt
Was sagt Jörg Immendorf über den Tod? - Der außergewöhnliche Dokumentarfilm "Testimony - Lebenswende" des hessischen Filmemachers Razvan Georgescu wird im Verleih unterstützt. Als der Arzt bei ihm einen inoperablen Gehirntumor diagnostizierte und sagte, er habe noch maximal drei Jahre zu leben, da setzte bei Regisseur Georgescu so etwas wie ein kreativer Prozess ein. Er packte sein Filmequipment ein, reiste durch die Welt und besuchte Künstler, die selbst schwer erkrankt oder knapp dem Tod entkommen waren. Wie verarbeitet man diese Erfahrung als Künstler, als Intellektueller? Wie ist es, wenn man weiß, dass man in Kürze sterben wird? Die Antworten - unter anderem von Jörg Immendorf, Bill Viola und dem Soziologen Helmut Dubiel - hat Georgescu zu einem bewegenden Film zusammengestellt.
 

VIII.Hochschulabschlussfilme

Titel
Fünf Hochschulabschlussfilme
Fördersumme
insgesamt 23.000 Euro
Inhalt
Fünf Studierende der Fachhochschule Darmstadt, der FH Wiesbaden und der Kunsthochschule Kassel erhalten eine Fördersumme von insgesamt 23.000 Euro, um ihre Abschlussfilme zu realisieren.
"Fragmente der Lagune" (André De Medeiros Costa, KH Kassel), 4.000 Euro
"Das Froschfest" (Moritz Becherer, KH Kassel), 4.000 Euro
"German Graffiti Artists" (Stefan Pohl, FH Wiesbaden), 7.000 Euro
"Der letzte Gang" (Florian Schneider, KH Kassel), 4.500 Euro
"This Side of Nowhere" (Christian Schröter, KH Kassel), 3.500 Euro