Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr)
Liste der zur Förderung vorgeschlagenen Projekte aus der Jury Entscheidung September 2011
Jury:
| Valentin Holch, |
Hamburg |
| Susanne Wolfram, |
Leipzig |
| Dr. Georg-Michael Hafner, |
Frankfurt am Main |
I.Drehbuch/Spielfilm
Titel
Autoreifen Capulet (AT)
Antragsteller
Alexandra Maxeiner, Frankfurt a.M.
Fördersumme
6.500 Euro
Inhalt
Der erfolglose Theaterregisseur Thomas Winkler wird von einem ganzen hessischen Dorf erpresst, mit den Bewohnern "Romeo und Julia" zu inszenieren. Was das bedeutet wird Winkler erst klar, als seine Dramaturgin ein Happy End dazuschreibt, der Hauptsponsor "Autoreifen Plenske" auf Kostüme mit Firmenlogo-Aufdruck besteht und der Mercutio-Darsteller partout seinen Tischtennisschläger nicht aus der Hand legen will. Die HFF fördert das Drehbuch für eine aberwitzige hessische Komödie von Alexandra Maxeiner.
Titel
Einwärts
Antragsteller
FSL Filmproduktion, Frank Stephan Limbach, Frankfurt a.M.
Fördersumme
8.000 Euro
Inhalt
Edith besucht ihre Mutter, um für ein paar Tage ihrem eigenen Leben zu entfliehen. Als ihre Mutter schwer erkrankt, beschließt Edith, sie zu pflegen. Eine gute Entschuldigung, um sich nicht um ihr eigenes Leben zu kümmern. Astrid Riegers Drehbuch handelt von Familie aber auch von Krankheit, Tod und Trauer - Themen, die in unserer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr zu haben scheinen, derzeit aber neuen Stellenwert erlangen.
II.Produktionsvorbereitung/Dokumentarfilm
Titel
"Giora Feidman - I speak music"
Antragsteller
giacomo-film, Thomas Schuch, Wiesbaden
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Thomas Hanelt, Thomas Schuch
Inhalt
Der berühmte Klarinettist Giora Feidman überwindet mit seiner Musik alle Grenzen: zwischen Musikstilen, Religionen und Kulturen, sogar zwischen Publikum und Künstler. Die Regisseure Thomas Hanelt und Thomas Schuch wollen den weltweit wohl bekanntesten Klezmer-Musiker bei seinen Konzerten und Reisen begleiten und seine Vision vom Frieden im Nahen Osten und der Versöhnung von Deutschen und Israelis ergründen.
Titel
Offene Wege in geschlossenen Ortschaften - unsere Freunde halten die Stellung
Antragsteller
Gesa Wendtland, Braunschweig
Fördersumme
2.500 Euro
Regie
Gesa Wendtland, Andreas Schild
Inhalt
Bettina, Marcel und Thomas - alle über 30 - sind klug, weltoffen und "halten die Stellung". Ihr Leben spielt sich in der Geschlossenheit einer hessischen Kleinstadt ab. Sie bewegen sich in deselben Strukturen wie schon als Jugendliche, pflegen dieselben Freundschaften und wohnen bei ihren Eltern. Filmemacherin Gesa Wendtland möchte herausfinden warum.
III.Produktionsvorbereitung/Animationsfilm
Titel
An der Arche um Acht
Antragsteller
Filmautoren AG, Oliver Schlecht, Frankfurt a.M.
Fördersumme
15.000 Euro
Regie
Moritz Mayerhofer
Inhalt
"An der Arche um Acht" - das ist die Verabredung, die die Taube mit zwei Pinguinen getroffen hat, die zu den Auserwählten gehören, die auf die Arche Noah dürfen. Das stellt die beiden vor ein großes Problem: Sie können unmöglich ihren Freund, den kleinen Pinguin, im Stich lassen. Drehbuchautor Ulrich Hub und Regisseur Moritz Mayerhofer wollen mit sanft-suberversivem Humor und in der europäischen Tradition eigenwilliger Animationsfilme von der Balance zwischen Mut und Besonnenheit und von der wahren Abenteuerlichkeit des Daseins erzählen.
IV.Produktion/Spielfilm
Titel
Alma und Piet (AT)
Antragsteller
Oberon Film GmbH, Alexander Funk, Grünwald
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Pia Marais
Inhalt
Alma (17) und Piet (19) haben in ihren Familien schon seit langem die Rollen von Erwachsenen übernommen: Alma wird mehr und mehr zur Vertrauten ihres Vater und Piet kümmert sich um seine verlassene Mutter. Als Alma und Piet aufeinandertreffen, verlieben sie sich. Regisseurin Pia Marais ("Im Alter von Ellen") wird eine Geschichte verfilmen, die nah an ihren Figuren ist und schonungslos ihre Konflikte zeigt, gleichzeitig aber auch von humorvollen, atmosphärischen und poetischen Momenten durchzogen wird.
Titel
Morpheus
Antragsteller
Frauke Lodders, Kassel
Fördersumme
13.000 Euro
Regie
Frauke Lodders
Inhalt
"Morpheus" ist ein Spielfilm, der als Abschlussfilm an der Kunsthochschule Kassel entstehen soll. Regisseurin Frauke Lodders erzählt darin die Geschichte von Lia, die nach einem Unfall ins Koma entfällt und in einer düsteren Welt erwacht. Im Traumreich von Morpheus wird sie dazu gezwungen, sich mit ihrer Vergangeheint auseinanderzusetzen, um wieder ins Leben zurückkehren zu können.
Titel
Sushi in Suhl
Antragsteller
StarCrest Media GmbH, Carl Schmitt, Frankfurt a.M.
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Carsten Fiebeler
Inhalt
Ein japanisches Restaurant im real existierenden Sozialismus, in den 60er Jahren, mitten in Thüringen! Die absurdesten Geschichten schreibt das Leben bekanntlich selbst. Mitte der 60er bereitet der Gastwirt Rolf Anschütz seinen Gästen ein japanisches Gastmahl. Aus dem Spaß wird im Handumdrehen Ernst: Das "Waffenschmied", einziges japanisches Restaurant der DDR, avanciert in kürzester Zeit zur Sensation. Japaner feiern die Authentizität der Küche, vor dem Essen springt man zum "japanischen Waschritual" in die Wanne, und "Geisha Gerda" serviert Sushi. Normalbürger mussten zwei Jahre im voraus reservieren. Am Ende hatte Anschütz zwei Millionen Gäste bewirtet. Das Drehbuch von Jens-Frederick Otto wurde 2010 mit dem Hessischen Filmpreis ausgzeichnet und von Carsten Fiebeler verfilmt.
V.Produktion/Dokumentarfilm
Titel
10 pm Lincoln Boulevard
Antragsteller
Heiter Filmproduktion, Jürgen Heiter, Köln
Fördersumme
15.000 Euro
Regie
Jürgen Heiter
Inhalt
Zwischen einer Klinik für Alkoholkranke und einem exklusiven Weinladen, direkt am Lincoln Boulevard, hat der US-Künstler Raymond Pettibon sein Atelier. Pettibon lebt, arbeitet und bewegt sich zwischen Extremen: zwischen Hollywood und dem zerbrochenen "American Dream", zwischen Obdachlosen und reichen Kunstgalerien. Regisseur Jürgen Heiter ("Long Live the People of the Revolution") wird Pettibon auf seinem Trip durch den Größenwahn des Kunstbetriebs begleiten.
Titel
Botschafterin der Kunst - Hanna Bekker vom Rath
Antragsteller
Stella Tinbergen, Wiesbaden
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Stella Tinbergen
Inhalt
Die Frankfurterin Hanna Bekker vom Rath war in jeder Hinsicht eine ungewöhnliche und mutige Frau: Ende des 19. Jahrhunderts als Tochter wohlhabender Eltern geboren, schlägt sie nicht den ihr vorgegebenen Weg ein, sondern folgt ihren künstlerischen Ambitionen und wird Malerin und Kunstsammlerin. Als Mäzenin emöglicht sie während der Zeit des Nationalsozialismus vielen mit Malvebot belegten expressionistischen Künstlern das Überleben und stellt heimlich ihre Werke aus. Stella Tinbergen wird in ihrem Dokumentarfilm Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Frau nachzeichnen.
Titel
Das Wunder von Trani
Antragsteller
Gropperfilm Produktion GmbH, Christian Gropper, Darmstadt
Fördersumme
34.000 Euro
Regie
Christian Gropper
Inhalt
Die italienische Kleinstadt Trani im Herbst 1943: Eine Einheit deutscher Wehrmachtssoldaten erhält den Befehl, 50 italienische Geiseln zu erschießen - und verweigert ihn. Regisseur und Autor Christian Gropper sucht fast 70 Jahre später die Protagonisten dieser wahren Begebenheit auf und will ihr Zusammentreffen am Ort des Geschehens filmen. "Das Wunder von Trani" ist eine Geschichte über einen militärischen Ungehorsam, der das Leben von 50 Menschen gerettet hat und gleichzeitig zeigt, dass Zivilcourage und Befehlsverweigerung auch während des Zweiten Weltkriegs möglich war.
Titel
Der Kremlflieger - Mathias Rust und das Ende des Ostblocks
Antragsteller
Gebr. Beetz Filmproduktion, Christian Beetz, Berlin
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Gabriele Denecke
Inhalt
"Der Kremlflieger" ist die Geschichte einer Flugzeuglandung, die zur Staatsaffäre wird. Im Jahr 1987 fliegt der 18-jährige Mathias Rust in einer gemieteten Cessna über die bis dahin scheinbar "unüberwindbare" Grenze im Osten und landet auf dem Roten Platz in Moskau. Sein "Husarenstück" wird zur Blamage für das sowjetische Militär und bietet zugleich Gorbatschow die Chance, sich endlich ungeliebter Generäle aus den Reihen des dogmatischen Militärs zu entledigen. Dokumentarfilmerin Gabriele Denecke will 25 Jahre später der Frage nachgehen, welche unmittelbare Auswirkungen der "Kremlflieger" auf den Fall des "Eisernen Vorhangs" hatte.
Titel
Theater Leben
Antragsteller
Pavel Schnabel Filmproduktion GbR, Pavel Schnabel, Frankfurt a.M.
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Pavel Schnabel
Inhalt
Das Frankfurter Straßentheater Antagon besteht seit 20 Jahren und seine Mitglieder leben zusammen in einer Kommune. Der Dokumentarfilm begleitet die Künstler zu Hause in Frankfurt und auf ihrer Sommertour durch Europa. "Theater leben" soll über die Sehnsucht nach Freiheit, Theaterbesessenheit und das Leben auf der Straße mit all seinen Strapazen erzählen.
Titel
Wandertheater
Antragsteller
teamWorx Television & Film GmbH, Jochen Laube, Ludwigsburg
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Niko Apel
Inhalt
Ein Wandertheater aus Teheran fährt von Dorfplatz zu Dorfplatz und zeigt Kindern und Erwachsenen eine bunte Märchenwelt. Das Kindertheater im Iran hat subversives Potential, denn es können durchaus kritische Botschaften in die Stücke eingebaut werden, ohne dass die staatliche Zensur einschreitet. Auch deswegen ist das iranische Kindertheater bei Erwachsenen ebenso beliebt wie bei Kindern. Regisseur und Autor Niko Apel will mit den Theaterleuten durch das Land fahren und sie bei ihrer Mission filmen.
VI.Produktion/Animationsfilm
Titel
Das Ei
Antragsteller
Martin Schmidt, Kassel
Fördersumme
20.000 Euro
Regie
Martin Schmidt
Inhalt
Ein Ei entdeckt, dass ein Küken in ihm heranwächst. Anfangs sind die zwei in einem spielerischen Miteinander vereint, doch als das Küken immer mehr Raum einnimmt, entwickelt sich ein Machtkampf. Martin Schmidts ("Der präzise Peter") Animationsfilm setzt sich damit auseinander, dass ein neues Leben auch immer den Tod des alten ankündigt.
VII.Verleih/Vertrieb/Dokumentarfilm
Titel
Der Einzelkämpfer - Richter Heinz Düx
Antragsteller
Wilhelm Rösing Filmproduktion, Wilhelm Rösing, Bremen
Fördersumme
4.000 Euro
Regie
Wilhelm Rösing
Inhalt
Heinz Düx war Untersuchungsrichter im Frankfurter Auschwitz-Prozess, bei dem der deutschen Öffentlichkeit erstmals von einem deutschen Gericht bestätigt wurde, dass Massentötungen von Menschen in Auschwitz Alltag waren. Als Düx im Sommer 1961 mit der gerichtlichen Voruntersuchung des Verfahrens begann, stieß er überwiegend auf Ablehnung - und auf den Widerstand einer Justiz, die nach dem Ende des Krieges als Sammelbecken für NS-belastete Juristen gedient hatte. Die 68er-Generation wurde von dieser Aufarbeitung der Vergangenheit tief geprägt. Über die Richter, die diese Aufgabe bewältigten, ihre Motive und Erfahrungen gibt es bislang keinen einzigen Film.
Titel
Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker
Antragsteller
sternfilm, Klaus Stern, Kassel
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Klaus Stern
Inhalt
"Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker" ist eine Reise in die Welt des Größenwahns und in die Arbeitsmethoden von Deutschlands Versicherungskonzernen. Mehmet Göker war einstmals ein schillernder Unternehmer mit seinem Versicherungsvermittler MEG AG und sorgte für Furore mit seinem rasanten Aufstieg, der jedoch am Ende in Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und Insolvenzverschleppung mündete.
VIII.Drehbuchcamp
Titel
Drei Stipendien
Fördersumme
insgesamt 3.010 Euro
Inhalt
Die Hessische Rundfunk Filmförderung vergibt drei Stipendien in einer Gesamthöhe von 3.010 Euro an Autor/innen, die im DrehbuchCamp ihren Projekten den letzten dramaturgischen Schliff verleihen oder sich im Rahmen verschiedener Kurse fortbilden.
IX.Sonstiges/Festival
Titel
29. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest
Antragsteller
Filmladen Kassel e.V., Gerhard Wissner, Kassel
Fördersumme
25.000 Euro
Inhalt
Im Rahmen des 29. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes sollen aktuelle Filme, Videos, Medieninstallationen sowie audiovisuelle Performances von hessischen Film- und Medienschaffenden präsentiert werden.
Titel
Lichter - Filmtage Frankfurt Rhein/Main
Antragsteller
LICHTER - Filmtage Frankfurt Ltd., Michael Hack, Frankfurt
Fördersumme
17.000 Euro
Inhalt
Die "Lichter Filmtage" bieten einmal jährlich in Frankfurt einen umfassenden Überblick über das Filmschaffen in der Rhein-Main Region und sind zugleich ein Forum für lebendige Gespräche rund um die regionale Filmkultur.