Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr)
Liste der zur Förderung vorgeschlagenen Projekte aus der Jury-Entscheidung April 2010
Jury:
| Valentin Holch, |
Hamburg |
| Dr. Susanne Wolfram, |
Leipzig |
| Dr. Georg-Michael Hafner, |
Frankfurt |
I.Produktionsvorbereitung/Dokumentarfilm
Titel
Der letzte Markt der Bräute
Antragsteller
Gruppe ISKA e.V., Uli Stelzner, Kassel, Berlin
Fördersumme
4.000 Euro
Regie
Uli Stelzner
Inhalt
In einem kleinen Dorf im Südosten von Bulgarien kommen alljährlich mehr als 2000 Angehörige der Roma zusammen. Hier findet auf einem Festplatz der "Markt der Bräute" statt. An diesem Ort, wo die schönsten Mädchen von ihren Eltern vorgestellt und an den meistbietenden Ehemann verkauft werden, treffen Moderne und Tradition, Geschichte und Gegenwart aufeinander. Der Filmemacher Uli Stelzner macht sich auf zum "Letzten Markt der Bräute", um die Erwartungen und Wünsche der Menschen vor Ort zu erkunden.
Titel
Die Meta-Morphose - Leicht vestimmt ins Rampenlicht
Antragsteller
Schnittstelle Film Media Production, Daniel Siebert, Hanau
Fördersumme
5.000 Euro
Regie
Tim Karasch, Daniel Siebert
Inhalt
Die Frankfurter META BAND ist nicht irgendeine lokale Musikgruppe. Das außergewöhnliche Musikprojekt wurde 1995 von zwei Sozialarbeitern und sechs psychisch kranken Menschen ins Leben gerufen. Die Filmemacher Tim Karasch und Daniel Siebert wollen in ihrem Dokumentarfilm "Die Meta-Morphose – Leicht verstimmt ins Rampenlicht" die Gruppe auf dem Weg zu einem ganz besonderen Ziel begleiten: den ersten großen Auftritt nach 15 Jahren Bandgeschichte.
Titel
Im Land dazwischen
Antragsteller
Melanie Gärtner, Frankfurt a. M.
Fördersumme
2.000 Euro
Regie
Melanie Gärtner
Inhalt
Die spanische Enklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste ist für illegale Einwanderer das "Land dazwischen", ein Ort zwischen der alten Heimat und dem Ziel Europa. Zwischen Hoffnung auf Annahme des Asylantrags und der Angst vor Abweisung, versuchen die Migranten sich in Ceuta ein Alltagsleben aufzubauen. Die Filmemacherin Melanie Gärtner möchte in ihrem Dokumentarfilm "Im Land dazwischen" einen Ort zeigen, an dem die europäische Außen- und Migrationspolitik sichtbar ist wie nirgendwo anders.
Titel
Tracking in Caves - Das Wissen der Fährtensucher
Antragsteller
Paolo-Film, Sylvia Strasser, Frankfurt a. M.
Fördersumme
8.000 Euro
Regie
Sylvia Strasser
Inhalt
Die Filmemacherin Sylvia Strasser ist auf ein einzigartiges Archäologieprojekt gestoßen: Europäische Wissenschaftler arbeiten mit den besten Fährtenlesern der San, einem
Nomadenstamm im südlichen Afrika zusammen, um in Frankreich steinzeitliche Spuren in Höhlen zu deuten. Von dieser ungewöhnlichen Spurensicherung der Vergangenheit soll der Dokumentarfilm "Tracking in Caves – Das Wissen der Fährtensucher" erzählen.
II.Produktion/Spielfilm
Titel
Cloudcluster
Antragsteller
Christoph Oliver Strunck, Friedberg
Fördersumme
12.500 Euro
Regie
Pia Strietmann
Inhalt
Der Debütfilm "Cloudcluster" von Pia Strietmann wirft seine Figuren in eine Extremsituation: Durch den plötzlichen Tod der Mutter werden alle anderen Familienmitglieder aus der Bahn katapultiert und müssen sich existentiellen Fragen stellen, die im Alltag meistens in Vergessenheit geraten. Das moderne Familiendrama erzählt mit sensibler Leichtigkeit von den Tagen zwischen Tod und Beerdigung in denen sich traurige und absurd-komische Momente aneinanderreihen.
Titel
Wer wenn nicht wir
Antragsteller
Zero One film GmbH, Thomas Kufus, Berlin
Fördersumme
100.000 Euro
Regie
Andres Veiel
Inhalt
Regisseur Andreas Veiel konzentriert sich in seinem Film "Wer wenn nicht wir" auf das Private, um das Politische zu erklären. Bernward Vesper verliebt sich 1961 in Gudrun Ensslin. Ihre Beziehung bricht in den Zeiten zunehmender Politisierung auseinander, durch ihr gemeinsames Kind bleiben sie dennoch verbunden. "Wer wenn nicht wir" zeigt den deutschen Terrorismus aus einer neuen, ungewohnten Perspektive. Der Film rückt das Einzelschicksal in den Mittelpunkt, um die Entstehungsbedingungen der RAF darzustellen.
III.Produktion/Dokumentarfilm
Titel
Die Frau mit der Kamera - Portrait der Fotografin Abisag Tüllmann
Antragsteller
Alemann Filmproduktion, Claudia von Alemann, Köln
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Claudia von Alemann
Inhalt
"Die Frau mit der Kamera" – das war Abisag Tüllmann. Als eine der wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod in Frankfurt am Main. Der Dokumentarfilm von Claudia von Alemann ist eine Hommage an die Künstlerin und ihr Lebenswerk, an ihr "magisches Auge", das sowohl politische Entwicklungen auf der ganzen Welt als auch Menschen in ihrem Umfeld und wichtige Persönlichkeiten festhielt.
Titel
Haus Tugendhat
Antragsteller
strandfilm produktions GmbH, Dieter Reifarth, Frankfurt a.M.
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Dieter Reifarth
Inhalt
Das "Haus Tugendhat" im tschechischen Brno ist ein Meilensteil der modernen Architektur und spiegelt die Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Der Regisseur Dieter Reifarth erzählt in seinem Dokumentarfilm von den Rissen, die sich durch die Außenmauern und die Chronik der Villa ziehen. Ursprünglich vom Architekten Mies van der Rohe für die jüdische Familie Tungendhat gebaut, wurde es nach deren Flucht vor den Nazis auf vielfältige Weise genutzt: Die deutsche Besatzung und die Rote Armee quartierten sich dort ein, ein Kinderkrankenhaus wurde untergebracht, ehe die Villa wieder als Repräsentationsplattform an politischer Bedeutung gewann.
Titel
I'll walk out into tomorrow - Anne Clark
Antragsteller
Claus Withopf Filmproduktion, Frankfurt a. M.
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Claus Withopf
Inhalt
Der Dokumentarfilm "I'll walk out into tomorrow" zeichnet ein eindringliches Porträt der englischen Musikerin und Poetin Anne Clark, die als Pionierin der elektronischen Musik eine ganze Generation von Musikern geprägt hat. Der Regisseur Claus Withopf visualisiert die komplexe Arbeit der Künstlerin und schafft so ein ungewöhnliches Kaleidoskop über existentielle Lyrik und Avantgarde-Musik.
Titel
In The Dark Room
Antragsteller
Pandora Film Produktion, Karl Baumgartner, Frankfurt a. M.
Fördersumme
37.500 Euro
Regie
Nadav Schirman
Inhalt
Sie war mit dem meistgesuchten Terroristen der Welt verheiratet: Carlos, dem "Schakal". Sie folgte ihm durch die Wirren des internationalen Terrorismus und trainierte mit palästinensischen Freiheitskämpfern. Der Regisseur Nadav Schirman recherchiert für "In the Dark Room" die Lebensgeschichte von Magdalena Kopp. Ihre Biografie eröffnet den Blick auf die politische Entwicklung des internationalen Terrorismus der 70er Jahre. Die oft fatale Wechselbeziehung zwischen Medien und Terrorismus wird hierbei beleuchtet.
Titel
Jakobs Weg ins gelobte Land
Antragsteller
Halbtotal Filmproduktion GbR, Andrzej Klamt, Wiesbaden
Fördersumme
40.000 Euro
Regie
Andrzej Klamt
Inhalt
Kann ein Mensch Jude und Christ zugleich sein? Dieser Frage stellt sich Romuald Jakob Weksler-Waszkinel auf der schwierigen Suche nach seinen Wurzeln und seiner Identität. Er ist katholischer Priester und lebt in Lublin, Polen. Mit 35 Jahren erfährt er, dass er jüdischer Herkunft ist und als Kind von seinen polnischen Eltern während des Krieges aufgenommen und versteckt wurde. Der Dokumentarfilmregisseur Andrzej Klamt erzählt in "Jakobs Weg ins gelobte Land" einfühlsam von der außergewöhnlichen Lebensgeschichte seines Protagonisten.
Titel
United States of HooDoo
Antragsteller
Stoked Film GmbH, Robert Malzahn, Frankfurt a.M.
Fördersumme
20.000 Euro
Regie
Oliver Hardt
Inhalt
"United States of HooDoo" von Oliver Hardt ist ein Roadmovie, das den Protagonisten auf der Suche nach seinen spirituellen afroamerikanischen Wurzeln quer durch die USA reisen lässt. Jenseits von Gospel-Klischees und Sonntagsfrömmigkeit zeigt der Regisseur dabei, dass Voodoo kein fauler Zauber, sondern weltweit tief in Kunst und Kultur verwurzelt ist.
Titel
Watermarks
Antragsteller
Summerset GmbH, Susanne Porsche, München
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Annette Ernst
Inhalt
Wasser ist das "blaue Gold" der Zukunft. Der Dokumentarfilm "Watermarks" von Annette Ernst folgt den Spuren des Luxusguts Wasser in alle Welt und betrachtet es dabei aus wirtschaftlichen, politischen, gesundheitlichen und philosophischen Blickwinkeln. Die Regisseurin geht dabei der Verschwendung des kostbaren Nass in unserer Konsumgesellschaft nach und widmet sich auch Projekten, die sich nachhaltig mit Wasser beschäftigen.
IV.Produktion/Kurzspielfilm
Titel
Ankommen
Antragsteller
Christian Wittmoser, Kassel
Fördersumme
6.000 Euro
Regie
Christian Wittmoser
Inhalt
"Ankommen" von Christian Wittmoser erzählt von der Suche nach Erfüllung, nach Anerkennung und Liebe. Der schüchterne Niklas begegnet während seines Urlaubs dem Pärchen Lilly und Dennis. Ein One-Night-Stand mit Lilly entwickelt sich jedoch nicht zu der großen Liebe, die Niklas vorschwebt und eine gefährliche Konstellation entwickelt sich aus der anfänglich harmlosen Urlaubsbekanntschaft.
Titel
Muschi mit Zähnen
Antragsteller
Serendipity Filmproduktion, Katinka Feistl, Bad Homburg
Fördersumme
15.000 Euro
Regie
Katinka Feistl
Inhalt
Annie ist 12 Jahre alt und erzählt Muschigeschichten. Die Lehrerin ist empört, der Vater verzweifelt, sein Chef schockiert. Aber wie sonst kann Annie mit der Sehnsucht umgehen, die sich in ihrem Körper ausbreitet und sie gleichzeitig fasziniert und verwirrt? Die Regisseurin Katinka Feistl zeigt in ihrem Film "Muschi mit Zähnen" humorvoll und sensibel wie aufregend und schwierig die Pubertät ist.
Titel
So nah, so fern
Antragsteller
DostFilm, Kemal Görgülü, Frankfurt a. M.
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Kemal Görgülü
Inhalt
Kemal Görgülü erzählt in "So nah, so fern" von Lukas, der nicht loslassen kann und auf eigenwillige Weise mit der Trennung von seiner langjährigen Freundin Petra umgeht. Den Schlüssel zur gemeinsamen Wohnung hat er noch. Zunächst unbemerkt dringt er in Petras neues Leben mit ihrem neuen Partner ein, um dann Spuren zu hinterlassen, die zeigen, dass es ihn noch gibt.
V.Produktion/Animationsfilm
Titel
Der Henker
Antragsteller
Baoying Bilgeri, Kassel
Fördersumme
7.500 Euro
Regie
Baoying Bilgeri
Inhalt
In ihrem Animationsfilm "Der Henker" setzt sich die junge Filmemacherin Baoying Bilgeri auf drastische Weise mit dem Thema Gerechtigkeit auseinander. Der Sohn eines Henkers will denselben Beruf wie sein Vater ergreifen; er sieht die Axt als ein Symbol für Gerechtigkeit. Als der Sohn jedoch mit der korrupten Realität des Henkerberufes konfrontiert wird, muss er sich zwischen der Liebe zu seinem Vater und seinem Verständnis von Gerechtigkeit entscheiden.
Titel
Die Familie
Antragsteller
Frauke Striegnitz, Kunsthochschule Kassel
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Frauke Striegnitz
Inhalt
Mit eindrucksvollen, minimalistischen Zeichnungen setzt sich die Regisseurin Frauke Striegnitz in ihrem Animationsfilm "Die Familie" damit auseinander, wie der Verlust eines Kindes das Familiengefüge auseinanderfallen lässt. Als sich das Schicksal zu wiederholen droht, findet die Familie jedoch wieder zueinander und fasst neuen Mut zum Leben.
Titel
PAPA!
Antragsteller
Kun Jia, Kassel
Fördersumme
5.000 Euro
Regie
Kun Jia
Inhalt
Kun Jia zeigt in seinem Animationsfilm "PAPA!2 bildlich was es für einen Sohn heißt, im Schatten seines Vaters zu stehen. Als Kind akzeptiert er den Schatten seines Vaters, als Jugendlicher rebelliert er dagegen, als Erwachsener hat er gelernt mit dem Schatten zu leben und schließlich passt er seinen eigenen Schatten an den seines Vaters an.
VI.Produktion/Experimentalfilm
Titel
virtuos virtuell
Antragsteller
Thomas Stellmach animation, Kassel
Fördersumme
7.000 Euro
Regie
Thomas Stellmach
Inhalt
Abstrakte Tuschezeichnungen wogen, hüpfen, tupfen, drängen, wachsen und schwinden zu Louis Spohrs Ouvertüre "Der Alchymist". Der Filmemacher Thomas Stellmach visualisiert in seinem Experimentalfilm "virtuos virtuell" das Klangerlebnis. Anhand von stereoskopischer Darstellung und 3D-Technik sollen dabei Tiefe und Räumlichkeit entstehen wie bei einer akustischen Erfahrung.
VII.Drehbuchcamp
Titel
Hokuspokus
Antragsteller
WAK! Filmproduktion, Matthias Becker, Kassel
Fördersumme
400 Euro
Regie
Matthias Becker
Inhalt
Der Kurzspielfilm "Hokuspokus" von Matthias Becker ist ein Film über persönliche Verantwortung, der sich jeder in unserer hektischen und komplizierten Zeit stellen sollte. Dem Regisseur wurde für die Entwicklung seines Drehbuches ein Stipendium für ein Seminar im Drehbuchcamp zugesprochen.
VIII.Sonstiges/Festival
Titel
Lichter Filmtage Frankfurt Rhein/Main
Antragsteller
LICHTER - Filmtage Frankfurt, Gregor-Maria Schubert
Fördersumme
7.000 Euro
Inhalt
Die "Lichter Filmtage" bieten einmal jährlich in Frankfurt einen umfassenden Überblick über das Filmschaffen in der Rhein-Main Region und sind zugleich ein Forum für lebendige Gespräche rund um die regionale Filmkultur.